Moorschutz ist Gesundheitschutz

Viele Physiotherapeut:innen nutzen sie täglich. Ebenso beliebt sind sie in der Wellnessbranche. Die Moorpackungen in der perforierten Plastiktüte.

Aus dem Moor gestochen und in Plastiktüten verpackt, dienen sie der Wärmebehandlung und werden meistens nach einmaliger Benutzung weggeschmissen. Da es für Moore kein Recyclingsystem gibt, werden diese am Ende verbrannt.

Schade, denn Moore zählen zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern, die unsere Erde beherbergt.

Moore speichern doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen

Alle Moorflächen dieser Erde bedecken gerade einmal 3% der Landfläche. Trotzdem binden sie einen Drittel des ländlichen Kohlenstoffes. Das entspricht in etwas so viel wie der doppelten Waldfläche weltweit.

Das Wachstum von Mooren dauert sehr lange und braucht besondere Umweltbedingungen um wachsen zu können. Unter guten Bedingungen wächst ein Moor bis zu einem Millimeter im Jahr. Die ältesten Moorflächen in Deutschland sind bis zu 11.000 Jahre alt und bedeckten einmal 4,4% unserer Landflächen.

Umso schneller geht der Abbau. Alleine in Niedersachsen, dem Hauptabbaugebiet, werden jedes Jahr 6,5 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Mit der Folge, dass die seit Jahrtausenden gebundenen Treibhausgase freigesetzt werden. Darunter auch Lachgas, das um ein vielfaches klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Somit bringt es die Trockenlegung von Mooren in Deutschland auf 7% aller Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Dieses Moos landet auch in Praxen zur Wärmebehandlung. In der Regel in Plastik eingepackt und nicht trennbar, sodass die Rohstoffe nach Gebrauch in den Restmüll kommen und verbrannt werden. Das sollte nicht weiter toleriert werden.

Was kannst du dagegen tun?

Häufig werden die Packungen von Ärzten verschrieben und müssen dann in der Therapie angewendet werden. Außerdem lassen sich die Packungen über die Krankenkasse abrechnen. Hier muss ein Umdenken stattfinden.

Wenn du gegen den Abbau der Moore und anderen Naturmaterialien tätig werden möchtest, kannst du in erster Linie damit anfangen Patienten aufzuklären und beim nächsten Arztbesuch darauf hinzuweisen, keine Moorpackungen mehr zu verschreiben. Eine Wärmebehandlung lässt sich beispielsweise auch mit einem Kirschkernkissen durchführen, dass einfach in der Mikrowelle erwärmt werden kann und dessen Bezug einfach zu waschen ist.

Wenn du noch weitere Ideen hast, welche Materialien man verwenden kann, dann schreib uns einfach eine kurze Nachricht. Wir freuen uns über deine Ideen!

Quellen

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moore-und-klimawandel/13340.html

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moore-und-klimawandel/23375.html

https://taz.de/Moorschutz-in-Schleswig-Holstein/!5839721/?ct=t(2022_03_24)&mc_cid=673dd59ac8&mc_eid=81751fa501

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