Die elektronische Patientenakte kommt

Was zu beachten ist und wie sie dazu beiträgt Müll zu vermeiden

DIGITALISIERUNG ALS MITTEL ZUR NACHHALTIGEN PRAXIS

Allgemeine Maßnahmen, die für private Haushalte und gewerbliche Betriebe gelten, um nachhaltiger zu wirtschaften, lassen sich vollumfänglich auch auf den Praxisbetrieb übertragen, z.B:

  • energiesparende Elektronik
  • Räumlichkeiten in energieeffizienten Gebäuden, gegebenenfalls mit eigener Grünstromerzeugung
  • Vermeidung von Papier, wenn nötig Einsatz von recycletem Papier (Auszeichnung FSC, blauer Engel)

WIE KANN ICH IT SYSTEME NUTZEN UM MEINE PRAXIS NACHHALTIGER ZU BETREIBEN?

Gerade bei der Reduzierung des Papierverbrauchs hilft der Einsatz von IT Systemen weiter.
Und die Durchführung von Videosprechstunden reduziert nicht nur den Zeitaufwand und die körperliche Belastung durch die fehlenden Fahrten für Patient:innen, sondern auch den entsprechenden CO2 Ausstoß. Bei ansteckenden Krankheiten lässt sich damit auch das Ausbreitungsrisiko senken.

GESETZLICHE PFLICHT

Im Zuge der vom Gesetz geforderten Bereitstellung bzw. Umstellung auf digitale Datenhaltung und Kommunikation zwischen Praxen, Krankenhäusern der kassenärztlichen Vereinigung, Krankenkassen, Apotheken und den Patient:innen wird beschriftetes Papier zwangsläufig von rein digitaler Datenhaltung verdrängt.
Diese Bereitstellungspflicht ist ab 2020 in Teilen verpflichtend und soll 2022 vollumfänglich abgeschlossen sein.
So haben Patient:innen ab dem 01.01.2021 Anspruch auf Bereitstellung (durch die Krankenkasse) und Zugriff auf die **elektronische Patientenakte** (ePA), und vom 01.07.2021 an müssen alle fachärztlichen Praxen auf Patientenwunsch Diagnose und Therapiedaten in der ePA ablegen [1](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/elektronische-patientenakte.html).

Ebenso ab dem 01.07.2021 können Ärztinnen und Ärzte **Rezepte elektronisch** ausstellen, Patient:innen enthalten dann die Einlöseberechtigung für die Apotheke aufs Smartphone. Im nächsten Schritt ab dem 01.01.2022 dürfen verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel nur noch elektronisch verordnet werden [2](https://www.kbv.de/html/erezept.php).

Die Einführung des **Kommunikationsdienstes KIM** („Kommunikation in der Medizin“) wird insbesondere das veraltete und unsichere Fax beim Austausch von Falldaten zwischen unterschiedlichen Fachpraxen ablösen.

Von der digitalen Transformation im Gesundheitswesen wird neben dem höheren Automatisierungsgrad mehr Sicherheit für die Patient:innen bei der Behandlung, eine bessere Transparenz hinsichtlich Kosten und den Abläufen im Gesundheitswesen erwartet.

ÄRZTLICHE KÜR

Neben der beschriebenen Pflicht und dem Kollateralnutzen für die Nachhaltigkeit steht die Kür, dazu können Angebote wie die schon erwähnten Videosprechstunden zählen, sofern es die medizinische Sachlage und die digitale Ausstattung und Aufgeschlossenheit von behandelnder und behandelter Person zulässt.
Auch praxisinterne Verwaltungsarbeiten lassen sich bei Vorhandensein von digitaler Infrastruktur und entsprechenden Maßnahmen zum Datenschutz vom Wohnort der Praxismitarbeitenden durchführen.

Wie wäre es auch damit, die im Wartezimmer ausliegenden Magazine aus Papier durch ein digitales Lesezirkelangebot zu ersetzen?

WER KANN MIR BEI DER UMSETZUNG DER DIGITALISIERUNG MEINER PRAXIS HELFEN?

In jeder Praxis finden sich heute IT Systeme zur Praxisverwaltung. Diese werden in den meisten Fällen von Dienstleistern beschafft, betreut und gewartet. Oft verfügen diese Dienstleister auch über die nötigen Kenntnisse für die Einrichtung der Technik zur Teilnahme an den oben erwähnten Diensten.

Das nötige Fachwissen sollte die Themen

  • Netzwerktechnik
  • VPN (konkret die telematische Infrastruktur im Gesundheitswesen) mit den Konnektoren in den verschiedenen Versionen
  • Grundlagen der gesichterten Kommunikation
  • DSGVO

umfassen.

Falls Sie eine Zweitmeinung oder neutrale Beratung und Hilfe bei der Umsetzung für die digitale Transformation benötigen: digitaljetzt@hansduerr.de

Dieser Artikel wurde von Gastautor Hans Dürr verfasst und nur durch gendergerechte Sprache angepasst.

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